Spielzeug für kleine Kinder

Erst in den letzten Jahrzehnten wuchs das Bewusstsein dafür, dass gerade kleine Kinder wenig Spielzeug brauchen, dafür aber umso mehr “Zeug” zum Spielen.

In ihrem ersten Lebensjahr krabbeln sie – wenn wir sie lassen.
Kinder sollten den ganzen Tag über Gelegenheit haben, ihren Gleichgewichts- und Bewegungssinn zu betätigen.

Einfache Mittel – große Wirkung

Kinder zwischen null und drei Jahren brauchen in erster Linie Alltagsmaterialien, deren Funktion nicht festgelegt ist, damit sie diese Dinge umfunktionieren können. Solche Dinge sind zum Beispiel:

- kleine und große, dicke und dünne Decken zum Sitzen, Liegen, Zudecken, Einwickeln oder Höhlen-Bauen

- kleine, große, rechteckige, quadratische oder runde Kissen, von denen einige weich und andere hart sind, gefüllt mit Reis, Bohnen oder nur wenig aufgeblasene Luftballons.

Zum Rollenspiel brauchen die Kinder keine übliche Verkleidungsecke, sondern möglichst viele Utensilien zum Beispiel:

- Tücher

- unterschiedliche Taschen und Behälter

- Kartons

- Töpfe, Schüsseln, Kannen, Kochlöffel, Schneebesen und Kellen

- Spiegel

Zum Verkleiden reichen wenige ausgewählte Utensillien zum Beispiel:

- strapazierfähiger Modeschmuck

- Hüte mit kleinem Durchmesser und fantasievolle Mützen.

Alle Materialien müssen für die Kinder in einem Regal oder an Haken gut sichtbar und erreichbar sein.

Spiegel sind allerdings nicht nur für das Verkleiden unentbehrlich. Sie sollen in allen möglichen Varianten vorhanden sein. Für kleine Kinder müssen sie direkt über der Fußleiste angebracht werden. In jedem Raum sollte sich ein größerer Spiegel befinden. Wir befestigen diese bei der Einrichtung von Kinderkrippen an den richtigen Stellen.

Zum Bauen brauchen sie keine eindimensionalen Duplo-Systembausteine, sondern einige kleine Bretter, Kanthölzer und Holzabschnitte, die sie hin und her tragen, nebeneinander legen, aufeinander stapeln oder über die sie balancieren können.

Statt ihnen eine Fühlwand für die Hände oder eine Taststraße für die Füße zu geben, sollten sie darauf achten, dass die Dinge, mit denen die Kinder täglich umgehen, Tastqualitäten haben.

Im Gruppenraum gibt es ein etwa 20 Zentimeter hohes Podest, in dem sich eine rechteckige Aussparung befindet. Sie ist mit Feuerbohnen gefüllt und kann mit einer Abdeckplatte verschlossen werden.

Das Bällebad wurde zur Stimulierung der Sinne behinderter Menschen entwickelt und kam über ein großes Möbelhaus in die Kitas.

Gerd E. Schäfer bemerkt dazu:

Nichtbehinderte Kinder brauchen keine besonders deutlich hervorgehobenen und leicht identifizierbaren Wahrnehmungsmöglichkeiten, hervorstechende Farben, laute Geräusche, überdeutliche Berührungserfahrungen, sondern eine Differenzierung ihrer Wahrnehmungserfahrungen.

Wie Sie sehen – bei der Einrichtung einer Kinderkrippe oder eines Kindergartens kommt es auch auf die Details an. Darum richten wir Kinderkrippen mit Blick auf diese Kleinigkeiten ein.